Wärmepumpen-Boom hält an
Heiztechnikpreise stabilisieren sich

Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich angezogen. Nach Angaben der Absatzstatistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden rund 40 Prozent mehr Wärmepumpen von Herstellern an Großhändler und Fachhandwerker verkauft als im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal hatten Wärmepumpen sogar einen Marktanteil von über 60 %.
Zusätzlich haben sich die Preise für viele Heiztechniken nach Jahren deutlicher Anstiege weitgehend stabilisiert. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ermittelte für das Jahr 2026 einen durchschnittlichen Preisanstieg von lediglich 2,7 Prozent über 21 untersuchte Heiztechniken hinweg. Bei der besonders verbreiteten Luft-Wasser-Wärmepumpe blieb der durchschnittliche Anschaffungspreis mit rund 36.000 Euro unverändert gegenüber dem Vorjahr.
„Die stark gestiegene Nachfrage zeigt deutlich, dass sehr viele Hauseigentümer die Wärmepumpe inzwischen als zukunftsfähigste Heizlösung betrachten. Gleichzeitig sorgt die Stabilisierung der Heiztechnikpreise für mehr Planungssicherheit bei Investitionsentscheidungen“, sagt Steffen Richter, Energieberater der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Hinzu kommt die Klarheit beim Bundesförderprogramm zum Heizungstausch, einschließlich der halbjährlich sinkenden Fördersummen und dem in diesem Jahr in Kraft getretenen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).
Dennoch sollten Verbraucher Angebote sorgfältig prüfen. Auswertungen der Energieberatung der Verbraucherzentrale von mehr als 2.000 Wärmepumpenangeboten zeigen erhebliche Unterschiede bei Preisen und Leistungsumfang. Für vergleichbare Wärmepumpen lagen Preisabweichungen teilweise bei bis zu 250 Prozent.
Steffen Richter empfiehlt deshalb, mehrere Angebote einzuholen und unabhängig bewerten zu lassen. Verbraucher können dazu den kostenlosen Wärmepumpenangebotsvergleich der Verbraucherzentrale nutzen: https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/waermepumpen-angebote/. Wichtig sei insbesondere, auf eine korrekte Heizlastberechnung sowie auf die vollständige Auflistung aller notwendigen Leistungen zu achten.
Fazit:
Wer den Austausch seiner Heizung plant, kann sich bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale über die Eignung verschiedener Heiztechniken, Fördermöglichkeiten und die Bewertung von Handwerkerangeboten informieren. So lassen sich Fehlentscheidungen vermeiden und Investitionen langfristig absichern. Mit Blick auf die nächsten 20 Jahre wird Heizen mit fossilen Energien laut der Beratungsgesellschaft co2online voraussichtlich immer teurer und lässt gegenüber Wärmepumpen erhebliche Mehrkosten erwarten. Verbraucher die sich schneller gegen Gas- und Ölheizungen entscheiden profitieren zudem von höheren Fördersummen für klimafreundliche Heizungen.
Fragen zum Thema Heiztechnik beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
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