Mehrwegnetze: Preisfallen beim Obst- und Gemüsekauf?

Pressemitteilung vom
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Mehrwegnetze

Mehrwegnetze gelten als nachhaltige Alternative zu Einweg-Plastiktüten beim Obst- und Gemüsekauf im Supermarkt. Die Ware wird darin direkt an der Selbstbedienungswaage gewogen und das Netzgewicht automatisch abgezogen – vorausgesetzt es ist korrekt im System hinterlegt. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zeigt uneinheitliche Ergebnisse.

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Bereits ein Test der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aus dem Jahr 2024 zeigte, dass das Gewicht von Mehrwegnetzen für Obst und Gemüse an Supermarktkassen häufig nicht korrekt vom Gewicht der Ware abgezogen wird. Kürzlich erreichten die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt Beschwerden, bei denen Kunden bei der Nutzung von Mehrwegnetzen für Obst und Gemüse an Selbstbedienungswaagen im Vergleich zur losen Ware mehrere Cent bezahlen mussten. Daher hat die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt im Februar dieses Jahres einen Marktcheck mit 18 Stichproben in 16 Lebensmittelmärkten in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Obst- und Gemüseartikel an den Selbstbedienungswaagen mit und ohne Mehrwegnetz gewogen und die jeweiligen Preise dokumentiert. Positiv hervorzuheben: Bei der Hälfte der Proben war die Ware im Mehrwegnetz um wenige Cent günstiger. Lediglich in drei Fällen war der Preis bei Nutzung eines Mehrwegnetzes um einen Cent höher. In sechs Fällen zeigte sich kein Preisunterschied. „Unsere Stichprobe zeigt, dass Mehrwegnetze in der Praxis meist korrekt berücksichtigt werden. Dennoch können schon kleine Abweichungen beim hinterlegten Netzgewicht dazu führen, dass Verbraucher ein paar Cent zu viel bezahlen“, erklärt Nele Huke-Niemeyer von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Die unterschiedlichen Ergebnisse lassen sich auf die im Waagensystem hinterlegten Netzgewichte zurückführen, die leicht von den tatsächlichen Gewichten einzelner Netze abweichen können – etwa durch Produktionsunterschiede, Abnutzung oder Feuchtigkeit. Schon Differenzen von wenigen Gramm sowie Rundungen im System können je nach Kilopreis zu Preisunterschieden von ein bis mehreren Cent führen. 

Eine weitere Fehlerquelle: Jeder Markt bietet eigene Netze an. Kunden können daher nur die Netze des jeweiligen Marktes an den Waagen verwenden. Zudem bringen Händler regelmäßig neue Mehrwegnetze auf den Markt, die sich im Gewicht zu den Vorherigen unterscheiden können. Bei Weiternutzung älterer Modelle können sich daher Abweichungen bei der Gewichts- und damit auch Preisermittlung ergeben.

Tipp: Wer sichergehen will, dass nur das Gewicht der Ware berechnet wird, sollte die Ware lose wiegen und dann erst in ein Mehrwegnetz einpacken. Dies gilt sowohl für Selbstbedienungs- als auch Kassenwaagen.


Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter +49 345 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de

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