Zu Soja kursieren zahlreiche Bedenken und Hoffnungen. Der Konsum schade der Schilddrüse, sei bei Brustkrebs nicht zu empfehlen, führe bei Männern zu einer „Verweiblichung“ oder lindere Wechseljahresbeschwerden. Die Verbraucherzentralen stellen alles Wichtige zum Verzehr von Soja in einem Web-Text bereit.
Sojaprodukte wie Tofu, Sojadrink und Co. gelten als gesund. Doch die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sorgen immer wieder für Diskussionen. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen ähneln – und genau dies führt zur Verunsicherung. „Die meisten Sorgen der Verbraucher sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, sagt Dr. Nicole Wege, Referatsleitung Lebensmittel der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.
Brustkrebs: Soja in üblichen Mengen unbedenklich
Der Verzehr üblicher Mengen Sojalebensmittel ist nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch bei Brustkrebs unbedenklich. Ein bis zwei Portionen täglich – dies entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink – gelten auch während einer antihormonellen Therapie als sicher. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass ein moderater Sojakonsum das Risiko für ein Wiederauftreten erhöht.
Männergesundheit und Wechseljahre bei Frauen
Auch die Sorge, Soja könne den Testosteronspiegel senken oder eine „Verweiblichung“ bei Männern verursachen, ist unbegründet. Studien zeigen keine relevanten hormonellen Effekte bei üblichem Konsum. Für eine verlässliche Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone gibt es bislang keine gesicherten Belege.
Schilddrüse: Auf die Jodversorgung kommt es an
Bei ausreichender Jodversorgung sind durch normalen Sojakonsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Schilddrüse zu erwarten. Anders kann es bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen aussehen: Isoflavone aus Sojalebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, rät Wege.
Vorsicht bei Isoflavon-Supplementen
„Vorsicht ist bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln mit Isoflavonen geboten“, so Wege weiter. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit solcher Supplemente, insbesondere für Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen der Schilddrüse, ist nicht ausreichend belegt. Wer an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen nicht einnehmen.
Fazit: Vielfalt statt Verunsicherung
Soja und Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrinks können in üblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein. Sie liefern hochwertiges Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist – wie so oft – das Maß: Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden.
Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter +49 345 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen.
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