Vorsicht vor Krypto-Betrug: Wenn das Traum-Investment im Ruin endet

Pressemitteilung vom 24. August 2026

Verbraucherzentrale warnt vor Kreditaufnahmen für riskante Geldanlagen

Ein vermeintlich sicheres Investment entpuppt sich als finanzielle Existenzvernichtung. Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor einer besonders aggressiven Betrugsmasche mit Kryptowährungen im Internet. Betrüger locken dabei mit gefälschten Werbeanzeigen namhafter Banken, drängen Betroffene in hochverschuldete Kredite und blockieren am Ende jegliche Auszahlung. Wie Verbraucher in die Falle gelockt werden, zeigt ein aktueller Fall aus der Beratungspraxis in Sachsen-Anhalt. 

Ein Rentner wurde auf eine Online-Werbeanzeige aufmerksam, die das Logo der Sparkassen trug. Nach der Registrierung auf einer Website meldete sich ein angeblicher „Finanzberater“. Einer Erstinvestition von 251 Euro folgten tägliche Telefonate. Mit dem Versprechen auf monatliche Erträge von bis zu 5.000 Euro drängte der Betrüger den nicht vermögenden Senioren dazu, hohe Kredite aufzunehmen.

Insgesamt wurden zwei Kredite in Höhe von 83.000 Euro abgeschlossen mit einer monatlichen Ratenbelastung von 1.224 Euro.

Scheingewinne und die finale Erpressung

Das geliehene Geld floss dann auf die betrügerische und real nichtexistente Handelsplattform. Zwar zeigte die App der Handelsplattform dem Betroffenen einen angeblichen Kontostand von 193.000 Euro an, doch dieses Guthaben existiert nur auf dem Bildschirm. Als der Rentner eine Auszahlung forderte, „blockierten“ die Täter das Konto. Stattdessen fordern sie nun weitere 8.100 Euro, um eine angebliche „Strafe wegen Geldwäsche“ abzuwenden – eine reine Erpressungstaktik.

Für den Betroffenen hat dies ruinöse Folgen: Die Kredite muss er zurückzahlen und bei seiner Rente von 2.250 Euro erhöhen sich nun seine monatlichen Kreditverpflichtungen auf 1.700 Euro. Das Geld für den Lebensunterhalt reicht hinten und vorne nicht mehr.

Wichtige Warnhinweise der Verbraucherzentrale

„Dieser Fall zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie skrupellos Betrüger vorgehen“, sagt Yvonne Röhling, Referentin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale. „Wir raten dringend dazu, bei Online-Geldanlagen wachsam zu sein.“

Die Verbraucherzentrale mahnt zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Niemals Kredite für Spekulationen: Finanzieren Sie riskante Geldanlagen wie Kryptowährungen niemals über Kredite. Wenn das Geld verloren geht, bleiben die Schulden bestehen.
  • Skepsis bei Traumrenditen: Versprechen von garantierten Monatsgewinnen im vierstelligen Bereich sind immer unseriös.
  • Keine Fremdstörung zulassen: Lassen Sie niemals zu, dass fremde Personen Online-Banking-Zugänge einrichten oder Kreditverträge für Sie vorbereiten.
  • Vorsicht bei Scheinauszahlungen: Wenn Plattformen vor einer Auszahlung plötzlich Gebühren, Steuern oder „Strafen“ fordern, zahlen Sie kein weiteres Geld! Es handelt sich um Nachforderungen, das investierte Geld ist bereits weg.

     

Was Betroffene jetzt tun müssen

Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte sofort handeln:

  • Auszahlungsstopp: Keinesfalls weitere Gelder überweisen.
  • Beweise sichern: Chatverläufe, Telefonnummern, Mailadressen und Screenshots der Plattform sichern.
  • Strafanzeige erstatten: Umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Bei Krypto-Transaktionen zählt jede Minute, um Zahlungsströme eventuell nachzuverfolgen.
  • Banken kontaktieren, wenn möglich Zahlung zurückholenggf. Unterlagen abfordern.

Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter +49 345 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.