Wohnungsbauprämie: Häufig gestellte Fragen und Antworten

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Wer bekommt die Wohnungsbauprämie? Und was ist eine wohnwirtschaftliche Verwendung? Lesen Sie hier Antworten auf die häufigsten Fragen zur Wohnungsbauprämie. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Wohnungsbauprämie können Sie beantragen, wenn Sie alle Grundvoraussetzungen erfüllen und das zu fördernde Kapital für Immobilien verwendet wird.
  • Ausnahmen gelten für Bausparer:innen unter 26 Jahren und für Altverträge von vor 2009.
  • In unseren FAQs beantworten wir die häufigsten Fragen.
Modellhaus mit einem Schlüssel
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Mit der Wohnungsbauprämie möchte der Staat den Wohnungsbau subventionieren und fördert damit Sparanlagen, die für Bau- und Sanierungsvorhaben bestimmt sind. Rechtlich gesehen fällt diese Förderung unter das Wohnungsbau-Prämiengesetz. Wir haben die häufigsten Fragen zur Wohnungsbauprämie gesammelt und beantworten diese hier.

Was ist die Wohnungsbauprämie?

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Subvention, die Ihnen anteilig auf Ihr „wohnwirtschaftlich“ angelegtes Sparvermögen gewährt wird. Das bedeutet Sie bekommen eine Prämie auf eine Anlage, die sie später für Bau- oder Sanierungsvorhaben nutzen möchten.

Was ist eine wohnwirtschaftliche Verwendung?

Wohnwirtschaftlich bedeutet, dass Sie Ihr angespartes Vermögen für Zwecke wie den Wohnungsbau oder die Renovierung und Sanierung eines Hauses verwenden. Das heißt: Das Geld muss für eine Verbesserung oder den Neubau einer Immobilie verwendet werden.

Wie hoch ist die staatliche Wohnungsbauprämie?

Die jährliche Prämie wurde ab dem 1. Januar 2021 angehoben – das gilt auch für Altverträge. Derzeit werden 10 Prozent der förderberechtigten Einzahlungen berücksichtigt. Förderberechtigt sind aber höchstens 700 Euro (bei Ehegatten bis zu 1.400 Euro) jährlich und Sie müssen mindestens 50 Euro einzahlen.

Maximal können Sie also 70 Euro bzw. 140 Euro jährlich als Wohnungsbauprämie erhalten.

Wer hat Anspruch auf die Wohnungsbauprämie?

Die Wohnungsbauprämie können Sie erhalten, wenn Sie in Deutschland uneingeschränkt steuerpflichtig sind und außerdem folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie haben das 16. Lebensjahr vollendet oder sind Vollwaise.
  • Ihr zu versteuerndes Einkommen des Sparjahres beträgt maximal 35.000 Euro – oder bei Verheirateten 70.000 Euro.
  • Sie haben für die Beiträge nicht bereits vermögenswirksame Leistungen mit Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage in Anspruch genommen. Eine Doppelförderung derselben Beiträge ist nicht möglich.
Was ist das zu versteuernde Einkommen?

Das zu versteuernde Einkommen ist bei Arbeitnehmern Ihr Brutto-Gehalt abzüglich etwaiger abzugsfähiger Positionen wie z.B. Werbungskosten. Auch wenn Ihr Brutto-Gehalt also über der Grenze von 35.000 Euro jährlich liegt, muss das nicht gleich heißen, dass Sie die Wohnungsbauprämie nicht in Anspruch nehmen können.

Die genaue Höhe Ihres zu versteuernden Einkommens finden Sie in Ihrem Steuerbescheid.

Für welche Sparverträge können Sie die Wohnungsbauprämie erhalten?

Die Wohnungsbauprämie können Sie für verschiedene Vertragsarten beantragen. Wichtig ist im Allgemeinen die „wohnwirtschaftliche“ Verwendung der Anlage. Für folgende Vertragsarten können Sie derzeit die Prämie beantragen:

  • Beiträge an Bausparkassen zur Erlangung von Baudarlehen (Bausparverträge), wobei eine wohnungswirtschaftliche Verwendung bei der Auszahlung des Bausparguthabens zwingend ist.
  • Aufwendungen für den ersten Erwerb von Anteilen an Bau- und Wohnungsgenossenschaften.
  • Beiträge zu Sparverträgen, die auf die Dauer von drei bis sechs Jahren mit einem Kreditinstitut abgeschlossen werden. Aber nur wenn das Guthaben zum Bau oder Erwerb selbst genutzten Wohneigentums oder zum Erwerb eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts verwendet wird.

Hinweis: Sie sind von der wohnwirtschaftlichen Verwendung ausgenommen, wenn Sie bei Abschluss des Vertrages Ihr 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie können dann einmalig nach sieben Jahren frei über ihr Guthaben verfügen. Dabei ist die Wohnungsbauprämie auf die letzten sieben Sparjahre beschränkt

Auch für vor 2009 abgeschlossene Verträge ist die wohnwirtschaftliche Verwendung nicht zwingend.

Gibt es bei der Wohnungsbauprämie Ausnahmen für junge Bausparer:innen?

Wenn Sie das 25. Lebensjahr bei Abschluss eines Bausparvertrages noch nicht vollendet haben, haben Sie den Vorteil, dass Sie das geförderte Guthaben nicht wohnwirtschaftlich verwenden müssen. Das heißt: Sie können mit dem ersparten Geld später machen, was Sie möchten.

Wie und wo wird die Wohnungsbauprämie beantragt?

Wenn Sie bereits einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, schickt Ihnen Ihre Bausparkasse wahrscheinlich automatisch jedes Jahr einen Antrag für die Wohnungsbauprämie zu. Diesen müssen Sie dann einfach ausfüllen und in der angegebenen Form an die Bank zurücksenden.

Wenn Sie einen förderungsfähigen Vertrag abgeschlossen haben, können Sie jederzeit bei Ihrer Bank oder Bau- und Wohnungsgenossenschaft nach einem entsprechenden Antrag fragen.

Muss der Sparvertrag schon lange bestehen, damit die Wohnungsbauprämie beantragt werden kann?

Nein. Er kann auch neu abgeschlossen werden. Allerdings wird die jedes Jahr beantragte Prämie nicht sofort gutgeschrieben, sondern erst nach Ablauf von 7 Jahren.

Welche Frist für die Beantragung ist zu beachten?

Die Prämie eines jeden Sparjahres können noch Sie bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, das auf das Sparjahr folgt, beantragen.

Wann wird die Wohnungsbauprämie ausgezahlt?

Die Wohnungsbauprämie wird zunächst auf dem Konto vorgemerkt. Auf Ihrem Kontoauszug sollte nach der Beantragung ersichtlich sein, ob die Prämie genehmigt wurde oder nicht.

Wann genau das ist, hängt aber natürlich auch davon ab, wann Sie die Prämie beantragt haben. Die Auszahlung aller zuvor beantragten und genehmigten Wohnungsbauprämien erfolgt erst, wenn Sie den Nachweis erbracht haben, dass das Kapital wohnwirtschaftlich verwendet wird.

Ist ein Bausparvertrag überhaupt vorteilhaft?

Ohne die Wohnungsbauprämie rentiert sich ein Bausparvertrag in der Sparphase meist nicht. Ob das Bauspardarlehen später interessant ist oder nicht, hängt von der Zinsentwicklung und der Verwendung ab.

Wichtig sind außerdem Kosten und Entgelte, die Sie für den Vertragsabschluss und über die Jahre zu zahlen haben. Diese können Ihren Gewinn schmälern. Vergleichen Sie darum am besten mehrere Angebote. Einen Tarifvergleich bietet die Stiftung Warentest.

Was gibt es für Alternativen zu Bausparverträgen und Wohnungsbauprämie?

Welche Alternativen sonst noch in Frage kommen und welche Sparmodelle zu Ihnen passen, können Sie gerne im Rahmen einer Beratung mit unseren Expert:innen klären.