So finden Sie den passenden Kühlschrank

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Kühlschränke und Kühl- und Gefrierkombinationen sind meist große Stromfresser. Sie laufen das ganze Jahr durch und verbrauchen etwa 10 Prozent des Haushaltsstroms. Deshalb ist es besonders wichtig, schon beim Kauf auf die Stromkosten zu achten. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Je größer der Kühlschrank bzw. die Kühl-Gefrierkombination ist, umso höher ist der Stromverbrauch.
  • Das Energielabel, Verbrauchswerte und unabhängige Testberichte helfen bei der Kaufentscheidung.
  • Die optimale Temperatur im Kühlschrank beträgt 7 °C (Grad Celsius).
Ein Mann schaut in seinen Kühlschrank
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Wann lohnt es sich, einen Kühlschrank zu kaufen?

Es wird Zeit, über einen neuen Kühlschrank nachzudenken, wenn der alte viel mehr Strom verbraucht als ein neues, sparsames Gerät. Um herauszufinden, ob eine "Trennung" besser wäre, müssen Sie den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks berechnen. Dabei helfen Strommessgeräte, die Sie zwischen Gerät und Steckdose schalten können.

Damit messen Sie den Stromverbrauch des Kühlschranks 7 Tage lang und rechnen den Stromverbrauch auf ein Jahr hoch. Diese Daten Ihres Altgeräts können Sie dann mit denen von neuen, energiesparenden Geräten vergleichen. Nehmen Sie einfach die Differenz zwischen den Stromverbräuchen mal dem Strompreis, also 26 Cent/kWh. Jetzt wissen Sie, wie viel mehr Sie der alte Kühlschrank kostet.

Mit zunehmendem Alter des Kühlschranks steigt sein Stromverbrauch. 

Möchten Sie kontrollieren, ob die Tür noch ganz dicht schließt, nehmen Sie einen Papierstreifen und klemmen Sie ihn in die Tür. Wenn Sie den Papierstreifen leicht herausziehen können oder die Tür sich ohne Widerstand öffnen lässt, sollten Sie die Dichtungen austauschen. Ebenso kann eine im Kühlschrank platzierte Taschenlampe einen Hinweis darauf geben, dass die Tür nicht richtig schließt, wenn ihr Lichtstrahl durch die Ritzen der geschlossenen Tür durchscheint. 

Kühlschrank-Größe muss zum Haushalt passen

Je größer das Kühlgerät ist, desto höher sein Stromverbrauch

Beim Neukauf eines Kühlschranks und/oder einer Kühl-Gefrierkombination sollten Sie besonders auf die benötigte Größe achten. Denn der Stromverbrauch hängt von der Größe des Gerätes ab und davon, welche Temperatur eingestellt ist. 

100 Liter mehr Volumen erhöhen den Verbrauch um 20 Prozent. Für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte reichen in der Regel 100 bis 150 Liter Nutzinhalt. Leben mehr Personen im Haushalt, können Sie mit 50 Litern pro Person rechnen. Zur Orientierung: Ein sparsamer A+++-Kühlschrank mit rund 150 l Volumen sollte nicht mehr als 65 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbrauchen. 

Woran Sie energiesparende Geräte erkennen

Das EU-Energielabel klebt auf jedem Gerät und informiert auch im Internet über den Energieverbrauch. Die Energieeffizienzklassen liegen bei Kühl- und Gefriergeräten zwischen A+++ und A+. Ein Kühlschrank mit A+ ist also das Gerät mit der geringsten Effizienz. 

 EU-Energielabel KühlenEnergieeffizienz-Label für Kühl- und Gefriergeräte

Auf dem Label sind auch Symbole für weitere Verbrauchswerte, um verschiedene Geräte gut vergleichen zu können:

  • Die Milchtüte steht für das Kühlvolumen.
  • Die Schneeflocke für das Gefriervolumen.
  • Schallwellen aus einem Lautsprecher symbolisieren die Lautstärke: Je kleiner der Zahlenwert ist, desto besser. Besonders leise Geräte haben weniger als 38 Dezibel (dBA).

Bei der Auswahl eines sparsamen Gerätes helfen auch der Label-Lotse und die Spargeräte-Website. Wenn Sie noch andere Kriterien außer dem Stromverbrauch berücksichtigen möchten, ist es ratsam, sich immer auch unabhängige Produkttests, wie beispielsweise von der Stiftung Warentest, anzuschauen.

Vor- und Nachteile einzelner Gerätetypen

1) Kühl- und Gefrierkombinationen

Kühl- und Gefrierkombinationen eignen sich für Haushalte, die Lebensmittel nicht nur kühlen möchten, sondern auch regelmäßig Tiefkühlprodukte aufbewahren und Essen einfrieren wollen. Der Kühl- und der Gefrierbereich sind bei diesen Geräten übereinander angeordnet. Sie benötigen daher wenig Stellfläche und sind billiger als zwei Einzelgeräte.

Standardmodelle verfügen nur über einen Kühlkreislauf. Bei Kühl-Gefrierkombinationen mit zwei Regelkreisen können Sie bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel im Urlaub, den Kühlteil einfach ausschalten, während der Gefrierteil weiter arbeitet. Die Kühl- und Gefriereinheiten können Sie bedarfsgerecht einstellen, was auch Energie sparen kann.

Im Handel werden viele Geräte mit No Frost-Technik angeboten. Sie verringert kontinuierlich die Luftfeuchtigkeit, indem sie die Feuchtigkeit durch Umwälzen der Luft verteilt und aus dem Innenraum herausfiltert. Dadurch wird verhindert, dass sich Eis an den Innenwänden bildet und Sie können sich somit das Abtauen sparen. Allerdings hat dieser „Service“ seinen Preis. Kühl- und Gefriergeräte mit No Frost haben entsprechend höhere Anschaffungs- und Stromkosten. 

Kühlschrank innen
Grafik: Verbraucherzentrale NRW

Kühlschränke ohne und mit Gefrierfach

Der "Klassiker" sind Kühlschränke ohne Gefrierfach, die bei Temperaturen zwischen 0 °C und +10 °C kühlen. Diese Geräte gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie benötigen von allen Kühlgeräten am wenigsten Energie, weil sie nichts gefrieren.

Am besten stellen Sie diese Kühlschränke auf eine Temperatur von 7 °C ein. Jeder Grad weniger erhöht den Stromverbrauch um circa 6 Prozent. Ob Sie die gewünschte Kühlung erreichen, sagt Ihnen ein Thermometer, mit dem Sie einfach die Temperatur im oberen Fach nachmessen.

Bei 4 Sternen können auch frische Lebensmittel eingefroren werden

Tendieren Sie doch zu einem Kühlschrank mit Gefrierfach, achten Sie auf die Sterne-Kennzeichnung beim Eisfach, denn nur bei 4-Sternen kann das Gerät Ihre Lebensmittel richtig gut und lange einfrieren. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Tiefkühlprodukten bezieht sich immer auf -18 °C. Bei 1 bis 3 Sternen können nur bereits tiefgefrorene Sachen für kurze Zeit gelagert werden. In diesen Gefrierfächern wird es nicht kälter als -12 °C, so dass Tiefkühlprodukte wie Pizza und Pommes nicht unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen.

Sterne-Kennzeichnung     Temperatur
* -6 °C und kälter
** -12 °C und kälter
*** -18 °C und kälter
* * * * -18 °C und kälter

Quelle: https://www.hausgeraete-plus.de

Falls Sie regelmäßig größere Mengen Tiefkühlkost aufbewahren oder Essen einfrieren möchten, sollten Sie sich zusätzlich einen Gefrierschrank oder eine Gefriertruhe anschaffen. 

2) Mehrzonen-Kühlschränke

Ein Mehrzonen-Kühlschrank ist gedacht für Haushalte, die regelmäßig viele, frische Lebensmittel lagern wollen. Diese Geräte bieten Fächer mit getrennt einstellbaren Temperaturen, zum Teil auch mit unterschiedlicher Luftfeuchte:

  • Kühlzone: + 3 °C bis + 10 °C entspricht dem Innenraum des herkömmlichen Kühlschranks 
  • Kaltlagerzone: 0 °C bis + 3 °C - vom normalen Kühlbereich abgetrennte Spezialfächer zum Aufbewahren empfindlicher, leicht verderblicher Lebensmittel; das Kaltlagerfach mit hoher Luftfeuchte hält Salat, Obst und Gemüse deutlich länger frisch; das Kaltlagerfach mit geringer Luftfeuchte eignet sich besonders für Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch und Wurst.

Aber: Mehrzonen-Kühlschränke benötigen einige Kilowattstunden (kWh) mehr als herkömmliche Kühlschränke, weil sie in bestimmten Zonen niedrigere Temperaturen als die zuvor empfohlenen 7 °C erreichen. Achten Sie hier auch auf die angegebenen Jahresstromverbräuche. 

Tipps zum Kühlen 

  1. Größe
    Kaufen Sie für einen Single- oder Zwei-Personen-Haushalt ein Gerät mit 100 bis 150 Liter Nutzinhalt. Für jede weitere Person können Sie mit 50 Litern rechnen.
  2. Bauform
    Einbaulösung oder freistehend? Wenn Sie die Wahl haben, sollten sie ein Standgerät wählen. Es hält die Lagertemperatur nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest tendenziell stabiler und arbeitet meist energiesparender.
  3. Standort
    Kühl- und Gefrierkombinationen sollten an einem kühlen Platz stehen, dann ist auch der Stromverbrauch geringer. In der Sonne, dicht am Herd oder in der Nähe der Heizung ist kein guter Standort.
  4. Temperatur
    Damit gekühlte Lebensmittel bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum frisch bleiben, reichen 7 °C im Kühlschrank aus. Das ist die optimale Temperatur, denn bei jedem Grad weniger steigt Ihr Stromverbrauch um 6 Prozent. Messen Sie ab und zu die Temperatur nach.
  5. Einräumen
    Besser Sie öffnen den Kühlschrank einmal zum Befüllen, als häufig die Tür auf und zu zu machen (z.B. beim Wochenendeinkauf). Stellen Sie beim Einräumen die bereits vorhandenen Lebensmittel nach vorne, damit sie nicht vergessen werden und eher aufgebraucht werden als die neuen frischen.
  6. Inhalt
    Ein Kühlschrank verbraucht umso weniger Energie, je voller er befüllt ist.
  7. Lagern
    Je kühler die Lebensmittel in den Kühlschrank kommen, desto weniger Energie braucht das Gerät. Deshalb sollten warme Speisen erst abkühlen, bevor sie im Kühlschrank untergebracht werden.
  8. Urlaub
    Sind Sie längere Zeit nicht zu Hause, lohnt es sich, den leeren Kühlschrank auszuschalten. Neuere Modelle haben sogar eine Ferienschaltung, die Strom spart.

Tipps zum Gefrieren

  1. Schubladen statt Fächer
    Zur besseren Übersicht des Inhalts sind Gefrierschubladen gegenüber Fächern zu bevorzugen.
  2. Einfrieren
    Zum Einfrieren braucht man ein 4-Sterne-Gefrierfach. Fächer mit weniger Sternen sind nur zur begrenzten Lagerung von Tiefkühlprodukten geeignet.
  3. Gefrieren
    Frieren Sie nicht zu viele Lebensmittel auf einmal ein. Der Gefrierprozess verlangsamt sich und dies kann zu einem Qualitätsverlust der Lebensmittel führen. Das Gefriervermögen gibt die Lebensmittelmenge an, die in 24 Stunden von 25 °C auf –18 °C heruntergekühlt werden kann. Es wird im Herstellerprospekt und in der Bedienungsanleitung des Gerätes angegeben.
  4. Abtauen
    Das Gerät sollte abgetaut werden, wenn Eisschichten die Kühlflächen bedecken und damit die Effizienz mindern. Eine 1 Zentimeter dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent.
  5. Schließen
    Es ist sinnvoll, hin und wieder die Türdichtungen zu kontrollieren. Sind diese undicht, sollten sie ausgetauscht werden.

Was wohin? Lebensmittel richtig aufbewahren

Herkömmliche Kühlschränke arbeiten mit einer statischen Kühlung. Das heißt: Im Gerät herrschen verschiedene Temperaturzonen, die sich um bis zu 10 Grad unterscheiden können. Die kalte Luft sinkt ab, die warme steigt auf. 

  • Somit herrschen im obersten Fach sowie in den Türfächern die wärmsten Temperaturen. Das ist gut für Marmelade, geöffnete Dressings und Soßen, Butter, Backwaren und Getränke.
     
  • Die mittlere Kühlschrankebene eignet sich für Milchprodukte wie Joghurt, Sahne, Quark und Käse sowie selbst zubereitete Speisen. Auch Eier und frische Milch halten sich hier länger als in der Kühlschranktür.
     
  • Auf der Glasplatte im unteren Teil des Kühlschranks ist es am kältesten. Das ist der ideale Ort für leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Fisch.
     
  • Darunter befinden sich die Boxen für Obst und Gemüse. Hier ist es etwas wärmer, da die Glasplatte darüber die Kälte abhält. Diese Fächer eignen sich zur Lagerung von Gemüse, Kräutern und Obst.


Welche Lebensmittel Sie in Ihrem Kühlschrank wo am besten einräumen, können Sie auch spielend herausfinden.