Ratgeber: Geldanlage und Altersvorsorge trotz Niedrigzins

Stand:

Für Verbraucher, die ihr Geld möglichst sicher anlegen wollen, stellt sich die Situation derzeit düster dar. Stecken sie ihr Geld in sichere Anlageformen wie Sparbuch, Tages- und Festgeld, bekommen sie <br/>
kaum Zinsen. So bieten selbst Topanbieter beim Tagesgeld derzeit maximal 1 Prozent. Und bei Festgeldanlagen ist je nach Anlagedauer nur noch mit einem maximalen Zinssatz zwischen 0,70 und 1,80 Prozent zu rechnen.

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Auch wenn es um den Aufbau der zusätzlichen privaten Altersvorsorge geht, sieht es nicht viel besser aus. Hat beispielsweise im Jahr 2001 ein 35-Jähriger einen Riester-Rentenvertrag abgeschlossen so konnte er davon ausgehen, dass er zu Rentenbeginn mit 67 Jahren und einem angespartem Kapital von 100.000 Euro eine monatliche Garantierente von ca. 550 Euro

erhält.

Bei einem entsprechenden Vertragsabschluss im Jahr 2011 kann der 35-Jähriger jedoch nur noch von einer garantierten Monatsrente von ca. 375 Euro ausgehen.

Bei einem heutigen Vertragsabschluss würde die Garantierente noch weniger betragen.

Die niedrigen Zinsen wirken sich ebenfalls bei den Altersvorsorgeprodukten aus. Und die Absenkung des Rentenniveaus tut ihr übriges. Um das niedrige Zinsniveau auszugleichen, muss der Verbraucher mehr anlegen, langfristiger investieren und ein höheres Risiko eingehen. Für Vorsorgewillige ist es in Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase jedoch nicht leicht die richtige Produktauswahl zu treffen.

Die enorme Bandbreite an Anlageformen, unverständlichen Produktinformationen und Klauseln in Kleingedrucktem sowie hohe Kosten, selbst bei der staatlich geförderten Altersvorsorge, tragen dazu bei, dass das Ziel einer möglichst rentable Altersvorsorge nur schwer zu erreichen ist.

Welche Finanzprodukte individuell passend für den Verbraucher sein könnte hängt jedoch von dessen Risikoneigung und Erfahrung ab. Umfassende Informationen zu den Möglichkeiten der privaten

Altersvorsorge sollten eingeholt und unabhängige Beratung genutzt werden.

Hier sieben Tipps, die beim richtigen Sparen und dem Aufbau der Altersvorsorge helfen können:

1. Streuen Sie Ihr Geld und wählen Sie die richtige Laufzeit. Legen Sie Ihr Geld so an, dass Sie immer darüber verfügen können, wenn Sie es brauchen. Sparen Sie in Etappen, indem Sie fällige Auszahlungen erneut anlegen. Verzichten Sie auf Anlageformen, bei denen Ihr gesamtes Geld über Jahrzehnte fest gebunden ist.

2. Behalten Sie die Kosten im Blick. Für die Verwaltung Ihres Geldes fallen je nach Anlageform verschiedene Entgelte an (z. B. Kontoführungsentgelt, Depotkosten, Ausgabeaufschlag, Verwaltungskosten, Provisionen usw.). Achten Sie bei Ihrer Entscheidung für ein Anlageprodukt genau auf die Kosten und suchen Sie sich einen preiswerten Anbieter. Senken Sie laufende Kosten Ihrer Geldanlage, sparen Sie bei der bei der Verwahrung Ihres Vermögens und nutzen Sie ggf. Onlineangebote.

3. Sparen mit mehr Risikobereitschaft. Wenn Sie bereits eine größere Summe angespart haben und etwas risikofreudiger sein könnten,können Sie einen Teil Ihres Vermögens auch in Anlageformen anlegen, die eine höhere Rendite erwirtschaften können. Dafür sind Aktienfonds eine mögliche Alternative. Empfehlenswert sind dabei Exchange-Traded-Funds (ETFs), denn diese sind kostengünstiger.

4. Geld für Immobilienwunsch/-erwerb unbedingt sicher anlegen. Wenn Sie Ihren Traum von einer eigenen Immobilie verwirklichen wollen, sind sichere Sparformen wie Tages- oder Festgeld, Sparbrief usw. am besten geeignet, um das notwendige Eigenkapital zum Zeitpunkt des Immobilienerwerbs verfügbar zu haben. Achten Sie dabei unbedingt auf den richtigen Anlagezeitraum.

5. Nutzen Sie staatliche Förderungen. Erkundigen Sie sich, ob Sie Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie, Riesterförderung usw. haben. Wenn ja, lassen Sie sich zu den verschiedenen Anlagemöglichkeiten beraten.

6. Prüfen Sie regelmäßig, ob bisherige Anlagestrategie noch passt. Im Laufe des Lebens ändert sich einiges. Nach der Ausbildung gründet man eine Familie, bekommt Kinder. Irgendwann sind die Kinder groß und ziehen aus und im Berufsleben sind Veränderungen eingetreten. Dies führt dazu, dass die bisherige Anlagestrategie ggf. überdacht und geändert werden muss.

7. Lassen Sie sich unabhängig beraten.