Unerlaubte Telefonakquise bei Strom- und Gasverträgen

Pressemitteilung vom

Die Beschwerden der Verbraucher sind nahezu identisch. Unter falscher Legende – mal als Energiezentrale, mal als angeblich eigene Anbieter – rufen Call-Center-Mitarbeiter der verschiedensten Energieanbieter bei Verbrauchern an und geben vor, den aktuellen Strom- und Gasverbrauch zu kennen und optimieren zu wollen. Da sie Namen und Anschrift kennen, lassen sich die Angerufenen relativ einfach auf einem Abgleich der Bankverbindung und Zählernummern ein.

Datenschutz
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Wenige Tage später erhalten sie von einem Stromanbieter, den sie gar nicht kennen, die Nachricht, dass der bestehende Vertrag kündigt worden sei. Ein neuer Vertrag sei abgeschlossen, oftmals zu teureren Konditionen als beim bisherigen Anbieter. Die Verärgerung ist natürlich groß. Es bedarf Aufwand und Mühe, das Ganze wieder rückgängig zu machen. Was aber besonders negativ aufstößt, ist die Frage: Wie konnten persönlichen Daten im Zuge einer unerlaubten Telefonakquise verwendet werden, um diese dann zu missbrauchen? Eine berechtigte Frage, der Betroffene unbedingt auf den Grund gehen sollten.
Bereits seit 2018 gelten europaweit die neuen Datenschutzregeln der Europäischen Union, die Datenschutzgrundverordnung. Wie bereits davor, hat jeder Verbraucher ein Recht auf Auskunft über die Verarbeitung seiner personenbezogenen Daten. Auf Verlangen müssen Unternehmen in präziser, transparenter und verständlicher Form über ihre Datenverarbeitung informieren. Hierzu gehören neben der Information über die Herkunft der Daten, mögliche Empfänger auch die Speicherdauer und die Angabe, zu welchem Zweck die Daten verarbeitet werden. Somit ist das Auskunftsrecht von großer Bedeutung. Davon hängt ab, welche weiteren Verbraucherrechte - das Recht auf Löschung, Berichtigung oder Einschränkung der Verarbeitung - geltend gemacht werden können.
 

Die Verbraucherzentrale stellt Rat suchenden Verbrauchern hier entsprechende Musterbriefe zur Verfügung.

Der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters sollte nach Rat der Verbraucherzentrale regelmäßig auf eigene Initiative erfolgen. Über Vergleichsportale können die individuell passenden Anbieter und Tarife ausgewählt werden. Das erspart auf jeden Fall eine Menge Aufregung.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.