Ungenutzte Reiseversicherungen müssen erstattet werden

Pressemitteilung vom

Verbraucher A. bucht für August 2020 eine Kreuzfahrt zu einem Preis von 2.900,- Euro für sich und seine Ehefrau und schließt ein Reiseversicherungspaket zum Preis von 260,- Euro ab. Durch die Corona-Pandemie wird durch den Reiseveranstalter die Reise im Juli 2020 storniert. A. bekommt seine Anzahlung für die Reise zurück; das Reiseversicherungspaket wird einbehalten.

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Viele Verbraucherinnen und Verbraucher hatten im vergangenen Jahr eine Urlaubsreise gebucht, die wegen der Corona-Krise vom Veranstalter abgesagt werden musste. Das Geld für die Reise selbst gab es in aller Regel zurück oder wurde umgebucht. Doch was ist mit den Versicherungspaketen, die Verbraucher speziell für diese Reisen abgeschlossen hatten? Auch hier muss zumeist ein Teil zurückerstattet werden – aber nicht alle Verbraucher bekamen tatsächlich ihr Geld wieder.

  • Bezahlte Prämien für Reiseversicherungen, die noch nicht gewirkt haben, sind bei Reiseabsage durch den Veranstalter zurückzuerstatten.
  • Dazu zählen zum Beispiel Reisekranken-, Reisegepäck- oder Reiseabbruchversicherungen, da sie erst mit Reiseantritt ins Risiko gehen.
  • Der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt liegen Beschwerden von Verbrauchern vor, denen die entsprechenden Prämienanteile aus Reiseversicherungspaketen nicht zurückgezahlt wurden.

 

Mit einer Reisekranken-, Reisegepäck- oder Reiseabbruchversicherung rund um den herbeigesehnten Urlaub können sich Verbraucher gegen viele Unannehmlichkeiten absichern. Wenn die Reise dann aber gar nicht stattfindet, tritt auch das versicherte Risiko nicht ein. Laut Gesetz müssen daher Prämien für solche Versicherungen, die zwar schon bezahlt aber noch nicht gewirkt haben, zurückerstattet werden. 

Verweis auf Reiserücktrittsversicherung kann irreführend sein

„Die Versicherer müssen Prämien für diejenigen Reiseversicherungen, die noch nicht gewirkt haben, zurückerstatten.“ sagt Sybille Schwarz, Referentin für die Marktbeobachtung bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.

„Verbraucher sollten sich durch gegenteilige Mitteilungen oder den bloßen Verweis auf die Reiserücktrittversicherung nicht verunsichern lassen, denn dort ist die Rechtslage eine andere.“

Die Reiserücktrittversicherung wirkt nach allgemeiner Einschätzung sofort ab Vertragsschluss. Ein späterer Ausfall der Reise ändert daran nichts. Das beeinflusst aber nicht ein zumindest anteiliges Erstattungsrecht für die Prämien der übrigen Reiseversicherungen, wie sie das Versicherungsvertragsgesetz vorschreibt. Wenn die Versicherungen für eine konkrete Reise abgeschlossen wurden und diese Reise dann vorab entfällt, gibt es auch nichts mehr, was Versicherungen wie eine Gepäck- oder Reisekrankenversicherung noch schützen könnten.

Genauer Blick auf den Versicherungsschein

Verbraucher können in ihrem Versicherungsschein erkennen, welche einzelnen Versicherungen sie im Zusammenhang mit ihrer Reise abgeschlossen haben. Deren jeweilige Prämienanteile werden aber nur selten aufgezeigt. Manchmal wird aus steuerlichen Gründen zumindest der preisliche Anteil einer Reisekrankenversicherung ausgewiesen.

Wer bei der Rückerstattung Probleme mit seinem Versicherer oder Reisebüro hat, kann dies gerne bei einer Verbraucherzentrale vor Ort melden oder sich dort beraten lassen. Hinweise darauf können zudem über das Beschwerdepostfach auf www.verbraucherzentrale.de gegeben werden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.