Flex-Tarif – Eine echte Alternative für Urlaub zu Corona-Zeiten?

Pressemitteilung vom

Im Normalfall wäre die Urlaubsplanung vieler Verbraucher für das laufende Kalenderjahr längst abgeschlossen. Größere Auswahl und Frühbucherrabatte waren Grund dafür. Jetzt ist alles anders, die Covid-19-Pandemie hält die Welt in Atem. Nichts ist sicher voraussehbar.

Corona
Off

Die Erfahrungen der letzten Urlaubssaison wirken nach Feststellung der Verbraucherzentrale nachhaltig. Anzahlungen, Restpreiszahlungen oder Flugticketpreise wurden oftmals erst nach mehrfacher Anmahnung äußerst verzögert oder zum Teil bis heute nicht an die Verbraucher zurückgezahlt. Dennoch ist die Sehnsucht nach möglichst unbeschwerten Urlaub auch in diesem Jahr groß. Die Frage vieler Verbraucher: Wie kann eine Buchung erfolgen, ohne wieder in Vorkasse gezahltes Geld im schlimmsten Fall zu verlieren oder aufwendig zurückfordern zu müssen?

Natürlich haben die Reiseveranstalter darauf reagiert. Flexibilität der potentiellen Urlauber ist gefragt. Geld-zurück-Garantien oder großzügige Stornobedingungen sollen das Buchungsverhalten ankurbeln. Der sogenannte „Flex-Tarif“ einiger großer Veranstalter soll eine Motivation dafür sein. Natürlich unterscheiden sich die Konditionen der Veranstalter, aber das Prinzip ist gleich: Mehr bei der Buchung zahlen, dafür als Gegenleistung kurzfristige Stornierungsmöglichkeit ohne die sonst üblichen Stornierungsgebühren.
Ist das nun eine Milchmädchenrechnung oder tatsächlich eine echte Alternative bei Buchungen zu Corona-Zeiten?

Hier sollte nach Auffassung der Verbraucherzentrale zwingend der Blick in das sogenannte Kleingedruckte - die Reisebedingungen - erfolgen. Einige Veranstalter behalten den Aufschlag, in anderen Fällen bekommen die buchenden Verbraucher diesen zurück. Auch die Höhe des Zuschlages ist unterschiedlich, hier muss letztlich bei einer Entscheidung dafür oder dagegen das eigene Portemonnaie entscheiden.

Nach wie vor gelten die gesetzlichen Regelungen zum Pauschalreiserecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Danach ist bei Vorliegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort oder während der Beförderung zum Urlaubsort, die die Durchführung der Pauschalreise erheblich beeinträchtigen, ein kostenfreier Rücktritt vom geschlossenen Vertrag möglich. Ist das strittig, fallen Stornogebühren an, die in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Stornierung variieren. Insoweit ist empfehlenswert zu prüfen, in welchem Verhältnis Zuschlag und Stornogebühren stehen. Letztlich muss jeder Verbraucher – möglichst nach Abwägung aller Vor- und Nachteile – eine Entscheidung für sich und seine Familie in Sachen Urlaubsbuchung treffen.
 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.