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Vitamin C in Nahrungsergänzungsmitteln unnütz bis gefährlich

Pressemitteilung vom

Die Einnahme von Vitamin C über den Bedarf hinaus bringt keinen Nutzen. Bezüglich Hochdosierungen im Gramm-Bereich wird die Bildung von Blasen- und Nierensteinen diskutiert.

Zitrusfrüchte
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Vitamin C ist eines der am häufigsten gekauften Nahrungsergänzungsmittel. Seit Jahrzehnten wird es vor allem zur Vorbeugung von Erkältungen vermarktet. Die Verbraucherzentralen halten dies nicht für notwendig. „Ein Mangel an Vitamin C ist praktisch ausgeschlossen“ so Tabea Dorendorf, Referat Lebensmittel der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Bereits 200 Gramm Orange reichen aus, um den Tagesbedarf zu decken. Auch Kartoffeln, Paprika und andere Gemüsearten wie Rosenkohl enthalten hohe Mengen an Vitamin C. Darüber hinaus wird das Vitamin beispielsweise Konservendosen in Form von Ascorbinsäure als Konservierungs- und Antioxidationsmittel hinzugesetzt. Ist der Bedarf gedeckt, hat ein „Mehr“ keine positiven Effekte. Das Vitamin wird dann schlichtweg ausgeschieden. Auch konnten Studien keinen Zusammenhang zwischen der zusätzlichen Einnahme von Vitamin C und der Besserung von Erkältungskrankheiten feststellen.

Immer wieder ist zudem von Therapien mit hochdosiertem Vitamin C gegen verschiedene Krankheiten zu hören. So meldete eine Verbraucherin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, ihre Ärztin hätte für sie ohne ihre Zustimmung hochdosiertes Vitamin C zur Therapie von zu hohen Blutfettwerten bestellt. „Das ist unverantwortlich und nicht der Zweckbestimmung von Nahrungsergänzungsmitteln entsprechend.“ so Dorendorf. Denn Nahrungsergänzungsmittel dienen lediglich dazu, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Zur Heilung oder Linderung von Krankheiten sind sie nicht bestimmt. Bezüglich einer Hochdosierung mit Vitamin C werden außerdem gesundheitliche Schäden diskutiert. So ist bei Dosierungen im Gramm-Bereich die Bildung von Blasen- und Nierensteinen nicht ausgeschlossen.


Mehr Informationen rund um Nahrungsergänzungsmittel finden Sie auf: www.klartext-nahrungsergaenzung.de

Im Fazit lautet die Empfehlung daher, die Finger von – vor allem hochdosierten – Nahrungsergänzungsergänzungsmitteln zu lassen und stattdessen eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährungsweise zu bevorzugen. Im Falle von Erkrankungen sollte ein Arzt konsultiert werden (ggf. Zweitmeinung einholen), der eine geeignete schulmedizinische Therapie verordnen kann.

Hintergrundinformation zum Tag des Vitamin C:

Der Amerikaner Charles Glen King schaffte es als einer der ersten Forscher, Vitamin C aus Zitronensaft zu isolieren. Er erkannte die Bedeutung des Vitamins im Zusammenhang mit der sogenannten „Seefahrerkrankheit“ Skorbut und veröffentlichte die Ergebnisse am 04. April 1932.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.