Menü

Eisleber Firma verkauft Abos für fragwürdige NEM per Telefon

Pressemitteilung vom

Der Gesundheit etwas Gutes tun, wer will das nicht? Aber ob auch die Mitarbeiter eines "Center für Ernährung und Gesundheit" mit Sitz in der Lutherstadt Eisleben tatsächlich die Gesundheit im Blick haben, ist angesichts der Schilderungen zahlreicher Verbraucher eher zu bezweifeln. Hier geht es offensichtlich vornehmlich um den Verkauf des Nahrungsergänzungsmittels "Ginkgo Nova".

Off

Am Telefon werden Verbraucher mit einem Gratis-Monatsvorrat in eine Abofalle gelockt. Laut Begleitschreiben der ersten "Gratislieferung" wurde ein individueller Versorgungsplan eingerichtet. Danach werden die Pillen alle acht Wochen zum Vorzugspreis von je 49,90 Euro pro Monatsvorrat – das hieße letztlich für knapp 100 Euro alle zwei Monate – an den Verbraucher gesandt werden. Das Ganze soll erstmal 12 Monate laufen. Kündigt man nicht vier Wochen vor Ablauf, beginnt ein weiteres Bezugsjahr.

Viele Betroffene sind über die Vorgehensweise der Firma erbost. Nicht nur zuvor telefonisch kontaktierten Verbrauchern wird auf diese Art und Weise ein Vertrag regelrecht untergeschoben. So erhalten auch andere Verbraucher Pillen, die nach eigener Darstellung nie Kontakt zur Firma hatten. Dass hier offensichtlich kein Irrtum oder Versehen seitens der Firma vorliegt, belegen bereits Beschwerden in Verbraucherforen im Netz.

Gab es tatsächlich nie Kontakt zur Firma, kann die Sendung problemlos als unbestellte Ware behandelt werden. Hier muss der Verbraucher nicht reagieren oder gar die Pillen zurücksenden. Im Fall eines vorherigen telefonischen Kontaktes sollte nach Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt jedoch eine Reaktion erfolgen. Wurde sich nicht am Telefon über die Konditionen geeinigt, ist dem Vertragsschluss zu widersprechen und hilfsweise der Vertrag zu widerrufen.

 

Generell muss man davon abraten, Nahrungsergänzungsmittel, die vom Laien leicht mit pflanzlichen Arzneimitteln verwechselt werden, aus unbekannten Quellen auf dem Weg des Direktvertriebs zu beziehen. Diese Produkte entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung. Häufig findet man dann auch unseriöse Wirkversprechen, sogar Gesundheitsschäden können nicht ausgeschlossen werden. Werbeaussagen zum Arzneimittel Ginkgo lassen sich nicht einfach auf ginkgohaltige Nahrungsergänzungsmittel übertragen. Die Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln sind nicht standardisiert und können sich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Positive Wirkungen auf Konzentration und Gedächtnisleistung sind für Nahrungsergänzungsmittel nicht nachgewiesen.

Fragen zum Vertragsschluss per Telefon beantworten die Mitarbeiter in den Beratungsstellen oder am Verbrauchertelefon unter (0900) 1775770 (für 1,00 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend) montags bis freitags von 9-18 Uhr.

Außerdem ist ein Musterbrief zum Thema erhältlich.

Bei speziellen Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln gibt es Auskünfte unter (0180) 5706600 (für 0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 €/Min.) dienstags und donnerstags von 10-16 Uhr.

Das neue Onlineangebot www.Klartext-Nahrungsergaenzung.de bietet weitere Informationen und klärt Fragen und Beschwerden.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.