Eierkennzeichnung "ohne Kükentöten"

Pressemitteilung vom

Jährlich werden rund 45 Millionen männliche Küken in Deutschland getötet, weil Hähne der Legehennenrassen nicht für die Mast geeignet sind. Dies soll ab 2022 in Deutschland gesetzlich verboten werden. Doch bereits jetzt gibt es Initiativen, bei denen die Erzeuger auch „Bruderhähne“ trotz ihres geringen Fleischansatzes aufziehen und die Mehrkosten ausgleichen, indem sie die Eier der „Schwesterhennen“ mit einem Preisaufschlag anbieten. Eine andere Alternative ist die Geschlechtsbestimmung im Brutei mit anschließendem Aussortieren der Eier mit männlichen Embryonen.

Kükentöten
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Im Handel finden sich verschiedene Label, die Eier aus solchen Produktionsweisen auf dem Karton kennzeichnen. „Für Verbraucher ist jedoch nicht immer nachvollziehbar, was genau sich dahinter verbirgt“, sagt Nicole Wege vom Referat Lebensmittel der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. In einer im November 2020 durchgeführten repräsentativen GfK-Umfrage ermittelten die Verbraucherzentralen die Einstellungen und Erwartungen der Verbraucher zu der Eier-Kennzeichnung „ohne Kükentöten“.

Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der 1.003 Befragten (85 Prozent) das Töten männlicher Küken ablehnt. Bei der Frage nach der Kennzeichnung ergibt sich ein heterogenes Bild: 45 Prozent finden den Hinweis "ohne Kükentöten" sowohl für die Bruderhahnaufzucht, als auch für die Geschlechtsbestimmung im Ei ausreichend. 38 Prozent der Befragten akzeptieren diese Angabe dagegen nur für die Aufzucht der männlichen Küken.

Bei der Vorlage von vier verschiedenen Kennzeichnungsvarianten auf Eierpackungen wurde die Intransparenz der Label zum Thema Kükentöten und Bruderhahnaufzucht deutlich: Nur zwei der Label („Huhn & Hahn“ sowie „Hähnlein“) konnten 71 bzw. 68 Prozent der Befragten richtig einordnen. Die Bedeutung der anderen beiden Label „Bruderhahn-Patenschaft“ (Dein Landei) und „Ohne Kükentöten“ (respeggt) kannten 56 bzw. 30 Prozent nicht. 46 Prozent vermuteten hinter „ohne Kükentöten“ eine Bruderhahnmast, was nicht der Fall war.

Die Befragten wünschen eine eindeutigere Kennzeichnung: 73 Prozent fordern, dass zusätzlich zur Angabe „ohne Kükentöten“ die Methode genannt wird, mit der der Kükentod vermieden wird oder darüber hinaus sogar noch eine Erläuterung des Verfahrens bereits auf oder in der Verpackung.

„Die Ergebnisse zeigen, dass hier Aufklärungsbedarf besteht. Ein Teil der aktuellen Kennzeichnungen und insbesondere die alleinige Angabe 'ohne Kükentöten' reichen nicht aus “, sagt Nicole Wege. „Wir erwarten, dass Hersteller Hühnereier eindeutig kennzeichnen. Neben der eingesetzten Methode (Geschlechtsbestimmung im Brutei oder Bruderhahnaufzucht) müssten vom Gesetzgeber konkrete Vorgaben für die Aufzucht von Bruderhähnen gemacht werden."

Weitere Ergebnisse der Umfrage sowie Informationen zu den Eierkennzeichnungen finden sich unter: https://www.verbraucherzentrale.de/umfrage-kuekentoeten

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