Verstöße in Pflegeheimen

Pressemitteilung vom

Während der Covid-19-Pandemie erreichen die Verbraucherzentrale zunehmend Anfragen und Beschwerden zu den aktuellen Besuchsregeln für Angehörige oder den Besuchen der Bewohner einer Pflegeeinrichtung untereinander.

Pflegeheim
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Die Schilderungen zeigen in einigen Pflegeheimen ein besorgniserregendes Bild. So wird der Zutritt für Besuche den Angehörigen oder Freunden gänzlich verwehrt oder die Besuchszeiten werden auf bestimmte Wochentage oder auf nur einmal pro Woche begrenzt. Viele Angehörige aber auch Bewohner berichten, dass sie ihre Zimmer nicht verlassen dürfen. Ein Besuch bei der Freundin auf einem Zimmer den Flur herunter wird nicht zugelassen, ebenso wie Spaziergänge im Freien. Einige Heime verhängten ein Zugangsverbot zum Heim, das nur mit selbst finanzierten Negativtests durchbrochen werden konnte.

Josefine Pönicke von der Hotline Pflegerechtsberatung der Verbraucherzentrale erklärt: „Solche pauschalen Einschränkungen verletzen nach Einschätzung der Verbraucherzentrale in den allermeisten Fällen die Grundrechte der Heimbewohner oder der Angehörigen. Ebenso entsprechen sie nicht den Vorgaben der aktuellen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt vom 07.03.2021 und weiteren Erlassen zu Besuchsreglungen in Pflegeeinrichtungen.“

Diese regeln auch das Verfahren für die Pflegeeinrichtungen im Umgang mit der Testung der Besucher. Die vorgeschriebenen Besuchsregelungen lauten derzeit: Grundsätzlich ein Besucher pro Tag eines jeden Bewohners einer Pflegeinrichtung. Eine soziale Isolation soll in Abwägung zur Minimierung der Gesundheitsgefahren verhindert werden.

Vor diesem Hintergrund startet die Verbraucherzentrale eine Umfrage zu den derzeitigen Besuchsregeln in den Pflegeeinrichtungen.  Erreichbar ist die Onlineumfrage unter dem Link https://www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de/gesundheit-pflege/umfrage-zu-besuchsregelungen-in-pflegeeinrichtungen.

Fragen von Pflegebedürftigen und Angehörigen zu diesem und anderen Themen beantwortet die Verbraucherzentrale an ihrer Hotline Pflegerechtsberatung.

Die kostenfreie Hotline ist unter (0800) 100 37 11 erreichbar. Anfragen oder die Teilnahme an der Umfrage können auch per Mail an pflegerechtsberatung@vzsa.de oder per Post an Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, Hotline Pflegerechtsberatung, Steinbockgasse 1, 06108 Halle (Saale) gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie HIER.


Die Hotline Pflegerechtsberatung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.