Alle Jahre wieder… steigt der Eigenanteil im Pflegeheim

Pressemitteilung vom

Wer einen Angehörigen in einem Pflegeheim hat, könnte in den letzten Wochen bereits Post erhalten haben oder muss sehr wahrscheinlich in naher Zukunft damit rechnen. Viele Pflegeheime versenden um den Jahreswechsel Erhöhungen für das Heimentgelt.

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Wer einen Angehörigen in einem Pflegeheim hat, könnte in den letzten Wochen bereits Post erhalten haben oder muss sehr wahrscheinlich in naher Zukunft damit rechnen. Viele Pflegeheime versenden um den Jahreswechsel Erhöhungen für das Heimentgelt.

Einige dieser Schreiben der Pflegeheime in Sachsen-Anhalt wurden im letzten Monat den Beraterinnen der Hotline Pflegerechtsberatung der Verbraucherzentrale vorgelegt. Im Durchschnitt handelte es sich um eine monatliche Erhöhung von 200,-€. Da der Zuschuss der Pflegekasse nicht mit der Erhöhung steigt, betrifft diese dann ausschließlich den Eigenanteil des Bewohners und geht folglich zu dessen Lasten.

Oftmals nimmt der Verbraucher diese Erhöhung hin, weil er entweder annimmt, dass diese rechtens ist, oder er nicht weiß, ob und wie er sich dagegen zu Wehr setzen kann. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät grundsätzlich jede Erhöhung von einer fachkundigen Person überprüfen zu lassen, da eine wirksame Erhöhung des Heimentgeltes gemäß dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) an strenge rechtliche Voraussetzungen gebunden ist. So muss diese nicht nur in einer bestimmten Form und mit einer bestimmten Frist geltend gemacht werden, sondern es dürfen auch nicht alle Kosten umgelegt werden.

Die Erfahrung der Beraterinnen der Hotline Pflegerechtsberatung zeigt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen an die Heimentgelterhöhung oft nicht erfüllt sind. Zudem wird häufig durch die Pflegeunternehmen nicht beachtet, dass unter gewissen Umständen auch Entgelterhöhungen beim Betreuten Wohnen und bei der Tages- und Nachtpflege an diese Voraussetzungen gebunden sind.

Ob im Einzelfall das erhöhte Entgelt vom Heimbewohner verlangt werden kann und was bei einer unrechtmäßigen Entgelterhöhung die nächsten Schritte sein sollten, darüber informiert das Team der Hotline Pflegerechtsberatung. Zudem besteht die Möglichkeit, sich durch die Beraterinnen der Hotline rechtlich in dieser Angelegenheit vertreten zu lassen. Die kostenfreie Hotline ist unter der (0800) 100 37 11 erreichbar. Anfragen werden zudem per Mail (pflegerechtsberatung@vzsa.de) oder per Post (Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, Hotline Pflegerechtsberatung, Steinbockgasse 1, 06108 Halle) beantwortet. Die Hotline Pflegerechtsberatung wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt.

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