Beitragssteigerungen in der Privaten KV sind nicht alternativlos

Pressemitteilung vom

Für privat Krankenversicherte ist die Erhöhung ihres Beitrags immer ärgerlich. Waren die Beitragssteigerungen in den vergangenen Jahren eher mäßig, ist die für 2021 vorgesehene Erhöhung – unterschiedlich bei den einzelnen Versicherungsunternehmen – teils bis zu 20% angekündigt.

Krankenversicherung
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Gerade für Soloselbständige - von den Folgen der COVID-19-Pandemie ohnehin finanziell stark betroffen – erhöht das die Unsicherheit und bringt Existenzen in finanzielle Not. Natürlich stellt sich die Frage, wie man als Betroffener darauf reagieren kann.

Die beste Lösung ist meist der Wechsel in einen anderen Tarif beim eigenen Versicherungsunternehmen, was zu spürbar niedrigen Beiträgen führen kann, allerdings nicht in jedem Fall führen wird. Jeder Privatversicherte hat laut Versicherungsvertragsgesetz einen Rechtsanspruch, jederzeit in einen anderen Tarif mit gleichartigem - auf Wunsch auch niedrigerem - Versicherungsschutz seines Versicherungsunternehmens zu wechseln und zwar ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartefristen. Auf diese Möglichkeit müssen die Unternehmen der privaten PKV-Versicherungswirtschaft (PKV) ihre Kunden ausdrücklich hinweisen. Der Rat der Verbraucherzentrale deshalb: Von der Erhöhung betroffene Verbraucher sollten umgehend ihr Versicherungsunternehmen auffordern, Ihnen Angebote zum Wechsel zu unterbreiten. Einen Musterbrief finden Betroffene hier.

Es besteht auch die Möglichkeit, die vereinbarten Leistungen zu reduzieren. Es kann sich finanziell lohnen, im stationären Bereich beispielsweise auf das Einbett-Zimmer zu verzichten, den sog. Hausarzt- oder Primärarzttarif oder eine Erhöhung des Selbstbehaltes zu vereinbaren. Das gilt es aber genauestens abzuwägen.

Im Einzelfall kann auch der Wechsel in den Standard- oder Basistarif eine Alternative sein, hier sind jedoch die Zugangsvoraussetzungen wie Alter, Einkommen und Vertragsdauer genauestens zu prüfen.

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nicht einfach, geht nicht in jedem Alter und nicht in jeder Lebenssituation. Als Selbständiger besteht kein Recht auf Rückkehr in die GKV. Erst mit Eintritt in die sog. Versicherungspflicht oder über die Familienversicherung - was allerdings an konkrete gesetzlich geregelte Voraussetzungen gebunden ist - könnte eine Rückkehr möglich sein. Aber auch ein Wechsel in die GKV – mit all den Konsequenzen - ist genauestens abzuwägen.

Hilfe und Unterstützung bei einer Entscheidungsfindung erhalten Verbraucher in Form einer kostenpflichtigen Beratung bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.