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Ab 2019: Kleinselbstständige zahlen weniger Krankenversicherung

Pressemitteilung vom

Kleinselbständige werden ab 2019 in der gesetzlichen Krankenversicherung finanziell entlastet. Ab 1. Januar 2019 sinkt die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig krankenversicherte Selbstständige. Eine Entscheidung für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit fällt damit leichter.

Krankenversicherung
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Der Bundestag hatte im Oktober das Versichertenentlastungsgesetz auf den Weg gebracht. Was danach aus Sicht der Verbraucherzentrale kaum Beachtung findet: Auch viele Kleinselbstständige profitieren ab Januar 2019 von dem neuen Gesetz. Die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte und Selbstständige sinkt zum Jahreswechsel auf 1.038,33 Euro. Damit verringert sich der Mindestbeitrag zur Krankenversicherung für hauptberuflich Selbstständige mit geringen Einnahmen um mehr als die Hälfte - auf rund 160 Euro. Bei Einnahmen oberhalb der Mindestbemessungsgrenze werden natürlich weiterhin die tatsächlichen Einnahmen zur Berechnung der Beiträge herangezogen.
 
Krankenversicherungsbeiträge, die nach dem Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit zu berechnen sind, werden aktuell zunächst vorläufig berechnet. Liegt dann für das jeweilige Kalenderjahr der Steuerbescheid vor, werden die Beiträge endgültig festgesetzt. Es kann zu Nachzahlungen aber auch zur Rückzahlungen von Beiträgen kommen. Bis Ende 2018 zahlen hauptberuflich Selbständige grundsätzlich noch den Höchstbetrag in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nur bei Nachweis niedrigerer Einnahmen ist der Beitrag geringer, jedoch nicht so deutlich, wie bei anderen freiwillig Versicherten. Mit der Neuregelung zum 1. Januar 2019 entfällt nun die gesonderte Mindestbeitragsregelung für Selbstständige komplett.
 
Grund für Neuregelung war die oft hohe finanzielle Belastung für Selbstständige, die sich gesetzlich versichern wollten. Bisher wurde der Beitrag aus der Mindestbemessungsgrenze von 2.283,75 Euro (2018) berechnet, auch wenn das tatsächliche Einkommen deutlich unter dieser Grenze lag. Kleinselbstständige oder auch Existenzgründer waren damit oft überfordert, mussten sie doch - anders als Angestellte - den darauf berechneten Beitrag allein tragen. Wichtiger als die Zahlung des eigenen Krankenversicherungsbeitrages war oft die Bezahlung der Lieferanten, was in vielen Fällen auch zu Beitragsschulden führte.
 
Hauptberuflich Selbstständige, die bereits bei ihrer Krankenkasse als freiwillig versichert eingestuft sind, brauchen nach Auskunft des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung aktuell nicht aktiv werden. Die Krankenkasse werde selbstständig prüfen, ob die neue Mindestbemessungsgrenze anzusetzen sei. 
 

Für Verbraucher, die den Weg in die Selbstständigkeit planen, sollte nunmehr die Entscheidung für eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung leichter fallen. Der in der Vergangenheit angesichts der hohen Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung oft gewählte Weg in die private war häufig keine gute Alternative. Billigere und abgespeckte Tarife - also wenig Leistung für wenig Geld – sind im Krankheitsfall meist ungeeignet.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.