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Warnung: Abzock-Anrufe durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern, die versuchen Ihnen weis zu machen, dass Ihr heimischer Computer von Viren befallen sei.
  • Werden Sie von einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter angerufen, beenden Sie das Gespräch sofort.
  • Haben Sie bereits mit einem falschen Microsoft-Mitarbeiter gesprochen, trennen Sie Ihren PC vom Netz und ändern Sie Ihre Passwörter.
  • Ermittler sind u.a. im Jahr 2016 in Indien gegen ein Callcenter vorgegangen, das offenbar im großen Stil eine solche Betrugsmasche organisierte.
Abzocke am Telefon
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    Fake-Anrufe von Microsoft-Mitarbeitern: Wie gehen die Betrüger vor?

    Ihre Masche ist simpel: Als angebliche Mitarbeiter von großen IT-Firmen wie Microsoft behaupten Betrüger am Telefon, dass Ihr Computer angeblich von Viren befallen sei. Die häufig nur englisch oder gebrochen deutsch sprechenden, falschen Support-Mitarbeiter bieten an, Ihnen beim Säubern des PCs zu helfen und versuchen, ihre Opfer am Telefon zu überreden, unter ihrer Anleitung bestimmte Schritte am PC auszuführen. Zusätzlich zu den Fake-Anrufen nutzen die Betrüger heute aber auch vermehrt E-Mails, infizierte Webseiten und Pop-ups.

    Was sich zunächst nach einem guten Service anhört, ist in Wahrheit eine Betrugsmasche, die sich „Tech Support Scam“ nennt. Das Ziel der Anrufer: die Computernutzer dazu zu bewegen, ein Programm oder einen Trojaner zu installieren, mit dem die Betrüger dann aus der Ferne auf den Computer zugreifen können. Das ermöglicht es den falschen Microsoft-Mitarbeitern, sensible Daten, wie Passwörter für das Online-Banking, auszuspähen, die Computer zu sperren und anschließend Geld zu fordern, um den Rechner wieder freizugeben.

    Microsoft warnt vor Tech Support Scam

    Auch Microsoft selbst warnt seit Bekanntwerden der ersten Betrugsfälle unter Missbrauch des Firmennamens auf seiner Homepage und bietet sowohl Tipps für Betroffene als auch ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden. Nach eigenen Angaben gaben in einer Microsoft-Umfrage 2017 weltweit zwei Drittel aller Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Erfahrungen mit der Betrugsmasche gemacht zu haben. Da die Anrufe aber häufig von ausländischen oder anderen nicht zurück verfolgbaren Nummern kommen, sind die Anrufer kaum zu ermitteln.

    Wie Sie sich vor Tech Support Scam schützen können

    • Microsoft schickt nach eigenen Angaben unaufgefordert keine E-Mails an Sie, noch fordern Mitarbeiter per Telefonanruf persönliche oder finanzielle Daten an. Erhalten Sie einen Anruf von einem vermeintlichen Support-Mitarbeiter, beenden Sie schnellst möglich das Gespräch. Reagieren Sie nicht auf E-Mails und laden Sie keine Anhänge herunter.
    • Geben Sie in keinem Fall Ihre privaten Daten heraus.
    • Erwerben oder installieren Sie keine Fremdsoftware auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone.
    • Haben Sie bereits mit einem angeblichen Support-Mitarbeiter gesprochen, kann es sein, dass eine Schadsoftware auf Ihrem Computer installiert wurde. Trennen Sie dann Ihren PC vom Netz und lassen Sie ihn von einem Experten prüfen. Ändern Sie anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten - vor allem Ihre Zugänge zu E-Mail-Konten, Online-Banking und Online-Shops.
    • Lassen Sie sich nicht von Drohungen irritieren, wonach die Anrufer Ihre Windows-Version löschen, wenn Sie das Programm nicht installieren.
    • Sind Sie betroffen, melden Sie den Betrugsfall der Polizei. Zusätzlich bietet Microsoft ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden.

    Indische Callcenter im Mai 2016 durchsucht

    Ermittler aus Deutschland sind inzwischen in Indien gegen betrügerische Callcenter vorgegangen. Die Niedersächsischen Staatsanwaltschaften melden, dass Staatsanwälte und das Landeskriminalamt (LKA) die Spur vieler Anrufe in das Land zurückverfolgt und dort eine Durchsuchung mit indischen Kollegen durchgeführt haben. Sieben Personen seien nun in Haft und mehrere Callcenter außer Betrieb gesetzt. Die Strafanzeigen in Deutschland seien seitdem spürbar zurückgegangen. Ermittler wissen mit Stand vom September 2016 von mehr als 7.500 Geschädigten in Deutschland. Die Dunkelziffer umfasse wahrscheinlich "eine Vielzahl weiterer Opfer".

    Alte Masche neu aufgelegt

    Die Betrugsmasche an sich ist nicht neu: Bereits seit dem Jahr 2014 bekommen Verbraucher immer wieder Anrufe von falschen Microsoft-Mitarbeitern mit der Warnung, dass ihr Computer mit Schadsoftware infiziert sei. Nachdem es um die Abzock-Anrufe der vermeintlichen Support-Mitarbeiter aber einige Zeit ruhiger geworden war, gehen bei den Verbraucherzentralen derzeit wieder gehäuft Beschwerden ein.